Liebe Leser, jetzt ist es also mit allen Vorgesprächen, Erpressungen, Bundestag, Bundesrat und Unterschrift des Bundespräsidenten durch: das Billionenpaket der noch gar nicht amtierenden Vielleicht-Regierung. Und vom Comedian, über das Heer der Fachleute, bis zum Stammtisch wird es – ziemlich kritisch – bekakelt. Gerne ist dabei von den Belastungen zukünftiger Generationen die Rede, weil das so ein schön anschauliches Bild ist: die Eltern verjubeln das Geld und die Enkel und Urenkel ächzen unter der Schuldenlast. Aber meines Erachtens ist das eine – zumindest zweifelhafte – Simpelfrage. Denn was würde es denn unseren Nachfahren nutzen, wenn wir ihnen einen blitzsauberen Haushalt…
Autor: Anonymus
Liebe Leser, da am Wochenende im Wirtschaftsbereich nur selten etwas Gravierendes passiert, ist der Montag-Morgen ein guter Platz, sich auch mal mit langfristigen Trends zu beschäftigen. Und da habe ich heute mal einen Blick auf eine deutsche Institution geworfen, die jeder kennt, wenngleich nicht jeder wertschätzt: die Bild-Zeitung. Dabei ist das Boulevardblatt – wie fast alle Zeitungen und Zeitschriften – seit Langem auf dem Rückzug. Verkaufte der Springer-Verlag im Bestjahr 1982 fünf bis sechs Millionen Exemplare waren es im 4. Quartal 2024 einschließlich der 216.000 e-Paper nicht einmal mehr eine Million (im Quartalsdurchschnitt 989.933). Vergleicht man über die gut vier…
Liebe Leser, ich habe Ihnen in den letzten Jahren schon öfter mal vorhergesagt: das klassische Sparbuch stirbt. Allein im letzten Jahr ging der Bestand auf diesem Lieblingsbuch meiner frühen Jugend um fast neun Prozent zurück. Und vom Höchststand aller deutschen Zeiten Mitte 1999 sind inzwischen 35 Prozent auf diesen Konten entschwunden. Diese Zahlen im Sparbuch sind aber nur die halbe Malaise, denn bei der Bedeutung dieser Sparform nagt ja auch die Inflation. Ein Euro von heute ist umgerechnet aus der D-Mark seligen Angedenkens in der Kaufkraft beileibe nicht mit der von Ende 1948 vergleichbar. Nimmt man die Sparbuchkoten mal mit…
Liebe Leser, am 25. Mai 2020 erstickte in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota der Afroamerikaner George Floyd (1973-2020) bei einem offensichtlich zu rabiaten Polizeieinsatz. Daraufhin kam es zu einer gewaltigen Protestwelle auf den Straßen. Aber der Tod hatte auch eine ganz andere Folgewirkung: schon im Jahr danach beeilte sich die Mehrzahl der großen US-Konzerne, in ihrem Geschäftsberichten auf eine pflegliche Behandlung von benachteiligten Minderheiten hinzuweisen. Schauen Sie einfach mal auf das von der New York Times zusammengestellte Schaubild, das die Zahl der Firmen im Standard & Poor’s-Aktienindex im Zeitablauf aufweist, die unter den 500 Mitgliedern der Indexfamilie solcherart ihren vorbildlichen Umgang…
Liebe Leser, wohin man in der deutschen Bürokratie auch schaut, überall wird nutzlos oder zumindest nutzenarm Geld verbrannt. Ein gutes Beispiel ist die Bundesagentur für Arbeit (BfA). Die Bertelsmann-Stiftung macht darauf aufmerksam, dass dort letztes Jahr 61 Prozent des Etats für die Verwaltung draufgingen. Für die Förderung von Arbeitslosen steht also nicht einmal die Hälfte zur Verfügung. 5,4 Millionen Menschen beziehen im Moment das sogenannte „Bürgergeld“, was Vater Staat jährlich 29 Milliarden Euro kostet. Nimmt man andere Leistungen der Grundsicherung hinzu, sind es gar 52 Milliarden Euro. Da wäre es doch schön, einen Teil dieser Bezieher wieder in Lohn und…
Liebe Leser, in der Mittwoch-Morgenmail habe ich Ihnen vorgeführt, dass die Zahl der Studenten an unseren Universitäten nur deshalb nicht stärker zurückgeht, weil die weniger von Deutschen besetzten Plätze in den Hörsälen durch ausländische Kommilitonen aufgefüllt werden. Ich kann Ihnen verraten: Vergleichbares gilt auch für die Schulbänke. Während die Zahl aller Schüler im Schuljahr 2024/25 um 0,9 Prozent zunahm, lag der Zuwachs bei ausländischen Lernenden bei acht Prozent auf 1,09 Millionen. Das Statistische Bundesamt konstatiert denn auch: „Der aktuelle Anstieg ist ebenso wie in den beiden Vorjahren vor allem auf die Zuwanderung aus dem Ausland zurückzuführen.“ Übrigens, bei der Gelegenheit…
Liebe Freunde und Kollegen, zu Donald Trump, dem 47 Präsidenten der USA, wird wohl jeder seine eigene Meinung haben. Und ich vermute mal, bei vielen von uns ist die ziemlich eindeutig. Nur ist das Donald wohl recht egal, was wir Deutschen oder die Europäer über ihn denken – „America first“. Aber da wir uns umgekehrt wegen der selbst gewählten geopolitischen Verzwergung der letzten Jahrzehnte nicht leisten können, den Knaben zu ignorieren, hier ein paar Eindrücke, wie es um seine Einschätzung bei den Amerikanern steht. Die Daten sind mit dem 19. Februar 2025 nicht mehr ganz frisch, aber gute Anhaltspunkte scheint…
Liebe Leser, angesichts der turbulenten Wall Street-Zeiten stellt sich unwillkürlich die Frage, ob der aktuelle Einbruch bei den bisher so hoch gelobten US-Tech-Werten eine gesunde Korrektur oder ein Wetterleuchten für Größeres ist. Nun könnte man meinen, dass die permanenten Mittelzuflüsse und die Konzentration auf einige Werte eine gefährliche Überhitzung des gesamten Marktes erzeugt haben? Die Stimmung in diesem speziellen Marktsegment war schon weltweit ausgesprochen gut, wenn nicht sogar zeitweise euphorisch – was oft kein gutes Zeichen für die Tendenz ist. Ich kann Ihnen auch nicht verraten, wie die Masse der Laien und Profis in den nächsten Monaten reagiert. Ich kann…
Liebe Leser, das nur kurz nebenbei: gestern genau um 9:53 Uhr Eastern Standard Time (EST) in New York hatte es die Aktie des Elektroautopioniers Tesla geschafft. Seit den Traumkursen vom 18. Dezember 2024, also in nicht einmal drei Monaten, hatte sie ihren Wert mehr als halbiert. Danach gestaltete sich der Absturz dann dramatisch: bis zum offiziellen Börsenschluss lag das Tagesminus bei 40,52 Dollar und nachbörslich ging es noch einmal um fast sieben Dollar auf zuletzt 215,17 Dollar abwärts – insgesamt ein Tagesminus von 18 Prozent, wie alles bei Tesla spektakulär. Damit waren stolze 880 Milliarden Dollar Börsenkapitalisierung entschwunden und der…
Liebe Leser, des einen Freud, der anderen Leid. Während die Aktienkurse dank der Multimilliardenpläne der möglichen neuen Schwarz-Rot-Regierung wild nach oben tendieren, haben die langfristigen Zinsen ihren begonnenen Abwärtstrend unterbrochen. Die Situation erinnerte altgediente Anleger an den überraschenden Fall der Mauer in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1989 und den anschließenden Schuldenboom mit steigenden Zinsen. In der Tat kann einem bei den genannten Summen von alleine für den Infrastrukturfonds 500 Milliarden Euro plus Aufstockung des Bundeswehrsondervermögens in ähnlicher Größenordnung schwindelig werden. Packt man noch 200 Milliarden Euro laufende Neuverschuldung alten Stils bis Ende 2028 drauf, dann kommt…