Liebe Leser,
wie man Zuwanderung nun im Einzelnen zu bewerten hat, die Einschätzung überlasse ich Ihnen. Ich liefere Ihnen nur die entsprechenden Zahlen. Zunächst mal: Deutschland ist ein klassisches Zuwandererland. Nur einmal während der Zeit seit der Wiedervereinigung zogen 1997 und 1998 zusammen 55.000 Ausländer mehr weg als aus dem Ausland neu ankamen,
Nimmt man die Jahre 1991 bis 2023 im Schnitt, dann ist die Rechnung so: jährlich kommen knapp eine Million Ausländer neu an und weniger als 700.000 ziehen weg. Der jährliche Saldo der Netto-Zuwanderung: 321.717, wohlgemerkt nur die Ausländer. Hier mal nur die jährlichen Ankömmlinge aus den Ländern der Welt, also ohne Berücksichtigung der wieder wegziehenden Ausländer.
Sie sehen in der roten Aufwärtslinie, dass sich die Ankömmlingszahl über die letzten drei Jahrzehnte im Trend verdreifacht hat. Die Rekorde brachten die Jahre 2015 mit dem seltsamen Ansturm, den Kanzlerin Merkel unterstützte und dann die Flüchtlingswelle 2022 nach Ausbruch des Ukrainekrieges. Beides habe ich in der vorigen Grafik farblich markiert.
Seit 2005 wandern auch mehr Menschen mit deutschem Pass netto ins Ausland ab als zurückkommen. Ging es mal mit knapp 17.000 Netto-Abwanderern los, lag die Zahl der deutschen Abwanderer zuletzt bei um die 80.000 im Jahr. Der absolute Rekord in dieser Hinsicht wurde 2016 mit netto minus 135.000 erreicht. Über die Gründe für ausgerechnet 2016 kann man nur spekulieren, immerhin fällt die zeitliche Nähe zum damaligen Rekord von Ausländerzuzug auf. Vielleicht passte das den deutschen Wegziehern nicht so recht in den Kram.
Nun, einige Ausländer verlassen ja auch Deutschland wieder. Nimmt man mal alle Wanderungen von Ausländern und Deutschen über die hiesigen Grenzen zusammen und bildet die Netto-Zuwanderung, dann ergibt sich folgendes Bild. Wie oben schon gesagt: netto kamen seit 1991 jedes Jahr gut 340.000 als Wanderer hinzu.
Kurz noch einmal zurück zu den Deutschen, die das Land vorübergehend oder dauerhaft per Umzug verlassen. In der nächsten Grafik habe ich nur die Fortzüge erfasst, nicht die Rückkehrer. Nun kann man da seit 2016 bei gut einer jährlichen Viertelmillion sicherlich nicht von einer Art Fluchtbewegung sprechen, denn das sind nur 0,3 Prozent der Bevölkerung. Und da sin dann auch ganz normale Fälle dabei, etwa wenn einer mal für ein paar Jahre mit seiner Familie für die Firma ins Ausland zieht. Aber auch hierbei fällt wieder der sprunghafte Anstieg im Jahr 2016 auf, der sich auch in der Folge nicht wirklich zurückgebildet hat.
Weil wir gerade bei der Entwicklung der Bevölkerung sind. Offenbar treten im AfD-freundlichen deutschen Osten die Damen in den Gebärstreik. In allen fünf östlichen Flächenländern werden 2023 wohl nur so um die 77.500 Babys geboren worden sein (der Dezember steht noch aus und ist geschätzt). Hingegen könnte die Zahl der Sterbefälle 189.000 überschreiten. Das ist dann ein Sterbeüberschuss von rund 112.000 Menschen. Wie groß ist denn da die Bevölkerung werden Sie vielleicht fragen? Antwort: so um die 12,6 Millionen. Ein natürlicher Schrumpelungsfaktor um 0,9 Prozent, Tendenz steigend wie die folgende Grafik zeigt.
Nimmt man den aussagekräftigen 12 Monate-Durchschnitt (rote Linie), dann lag er im November schon um 9,2 Prozent über dem bisherigen Rekord 1994, als nach dem Mauerfall die Geburtenzahl kräftig durchsackte. Gebaren die Ostfrauen im März 1990 noch 15.247 Babys, die in DDR-Zeiten gezeugt worden waren, erreichte der Betrieb in den östlichen Entbindungsstationen mit 5.476 im Dezember 1993 nur noch weniger mehr als ein Drittel davon.
Inzwischen nähert man sich zwischen Mecklenburg-Vorpommern im Nordosten und Thüringen/Sachsen im Südosten geburtenmäßig wieder fast diesen Tiefstwerten an, wie die gerade gezeigte Grafik veranschaulicht. Im 12 Monate-Durchschnitt wurden noch gut 6.500 Babys geboren, im November kamen indes nur noch 5.917 Kinder dort zur Welt. Beim AfD-Problem müsste man demnach nur einen langen Atem haben, dann sind die guten Deutschen irgendwann ausgestorben. Zwinker.